Im Wald schlafen, Hängematte und Tarp

Übernachten im Wald

Vorwort

Hier will ich ein paar rechtliche Punkte sammeln, wie sie mich angehen und wie ich sie verstehe. Diese Ausführungen sind natürlich nur für mich direkt anwendbar und interessieren vielleicht nur mich selbst. Nichtsdestotrotz möchte ich meine Erkenntnisse und Erfahrungen hier festhalten.

Ich lebe ja in Nordrhein-Westfalen, weshalb ich neben dem Bundeswaldgesetz auch das Landesforstgesetz für NRW in Betracht ziehen muss. Ich habe allerdings fast alle Fragen, die ich so im Moment habe, im LFoG beantwortet gefunden.

Im Wald schlafen

Ich denke, hier findet §2 Anwendung, der da sagt:

Das Betreten des Waldes zum Zwecke der Erholung ist auf eigene Gefahr gestattet, soweit sich nicht aus den Bestimmungen dieses Gesetzes oder aus anderen Rechtsvorschriften Abweichungen ergeben.

LFoG NRW, §3 Abs1

Das sagt mir, ich darf einen Wald betreten, soweit nicht irgendwas offizielles dagegen spricht. Privatgelände, Truppenübungsplatz, Naturschutzgebiet etc, sowas ist klar. Das alles natürlich auf eigene Gefahr. Weiterhin interessiert mich persönlich Absatz 3:

Wer den Wald betritt, hat sich so zu verhalten, daß die Lebensgemeinschaft Wald und die Bewirtschaftung des Waldes nicht gestört, der Wald nicht gefährdet, beschädigt oder verunreinigt sowie andere schutzwürdige Interessen der Waldbesitzer und die Erholung anderer nicht unzumutbar beeinträchtigt werden. Im Wald dürfen Hunde außerhalb von Wegen nur angeleint mitgeführt werden…

LFog NRW, §2 Abs3

Das bedeutet, ich soll mich benehmen und Rücksicht nehmen. Ist soweit für mich selbstverständlich. Eine Frage, die ich in unserem kleinen Wald vor der Haustür immer hatte, betrifft den Leinenzwang. Das ist dann damit auch beantwortet.

Allgemein bekannt ist ja, dass das Zelten häufig ein Problem darstellt. Achtung, hier regelt jedes Land anders.

Fahren im Wald mit Ausnahme des Radfahrens und des Fahrens mit Krankenfahrstühlen auf Straßen und festen Wegen sowie das Zelten und das Abstellen von Wohnwagen und Kraftfahrzeugen im Wald,
soweit hierfür nicht eine besondere Befugnis vorliegt.

LFoG NRW, §3 Abs 1

So. Zelten verboten. Nun geht ja aber die Diskussion, was genau denn zelten ist. Ich persönlich habe nicht vor, ein Zelt in den Wald zu schleppen, denn ich will ja die Natur erleben und mich nicht abschotten. Dazu finde ich leider keine definitive Aussage, nur sehr viel Hörensagen und Halbwissen.

Man darf ja am Ende auch nicht vergessen, dass es am Ende in der Realität wieder anders aussieht als auf dem Papier. Ein Förster (oder schlimmstenfalls die Polizei) ist auch nur ein Mensch und kann gute oder schlechte Laune haben. Ich denke, man sammelt Pluspunkte, wenn man sich an die guten Sitten hält und kein Feuer am Laufen hat. Den Punkt Feuer möchte ich nochmal gesondert auseinandernehmen, denn es scheint mir, das ist im Verhältnis schlimmer wahrgenommen als das Wildcampen. Zurecht, denke ich. Eine Nacht in der Hängematte wird bestenfalls nichts im Wald verändern oder beeinflussen. Ein Feuer im Wald kann dagegen schnell Lebensbedrohlich werden oder auch den gesamten Wald vernichten. Das ist kein Spaß.

Fazit

Aber was lernen wir nun daraus? Mein persönliches Fazit ist, dass man es vielleicht einfach drauf ankommen lassen kann (Übernachtung, nicht Feuer!) und sich benimmt. Mit Benehmen meine ich die allgemeinen Pfadfinderischen (und vielleicht auch Bushcrafterischen) Regeln:

  • Verlasse die Natur so, wie du sie vorgefunden hast
  • Nimm Rücksicht auf andere (auch die regulären Waldbewohner!)
  • Wenn du Müll findest, nimm ihn mit. Deiner oder nicht spielt keine Rolle

Wenn möglich, kann man sich natürlich beim Besitzer oder der zuständigen Behörde melden. Damit habe ich allerdings noch keine Erfahrungen und denke, dass die einem in den meisten Fällen einfach die Gesetzestexte zeigen.

Über Daniel Bierstedt

Hi. Ich bin begeisterter Rausgeher, schon seit frühester Jugend. Viele Jahre habe ich die Leidenschaft ignoriert, aber jetzt geht's wieder los. Folgt mir auf meiner Reise, seid dabei wie ich alte Erfahrungen auffrische und neue sammle. Ich freue mich darauf, von euch zu hören!

2 thoughts on “Übernachten im Wald

  1. Hi Daniel, coole Sache mit der Hängematte im Wald. Meine größte Sorge wären die Jäger, die mit ihren Flinten für eine Regulierung des Waldtierbestands sorgen. Nicht, dass man da in die Schusslinie gerät.
    LG Peter

    1. Hi Peter, diese Sorge teile ich auch. Ich habe zwar in letzter Zeit nicht davon gehört, dass ein Jäger auf einen Menschen geschossen hätte. Aber es gibt ja genug Berichte, dass Jäger zum Beispiel ein Pony für ein Wildschwein oder ein Gummireh (Bogensport Ziel) für echt gehalten haben. Genauso sehe ich viele Hochsitze kritisch, die ich so sehe, da ist die Schußrichtung nicht immer so Astrein. Während der Jägerausbildung lernt man zwar, wie man „im Feld“ schießen darf und wie dann der Hochsitz gebaut sein sollte, aber anscheinend ist diese Ausbildung bei manchen schon was länger her.
      Deshalb werde ich der Versuchung widerstehen, im Wald Tarnkleidung zu tragen 😀 Hilft natürlich nicht gegen Treibjagden oder einen vollgetankten Jäger, aber das Risiko muss ich eingehen. Im Normalfall ist der Wald ja für alle da.

      Daniel

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